Luft

Luft als elementare Ressource und Lebensgrundlage soll möglichst schadstofffrei sein. Massnahmen welche dazu ergriffen werden, sind einerseits gesetzliche Vorgaben wie auch technische Massnahmen. Massnahmen zur Luftreinhaltung sollen einer Luftverschmutzung entgegenwirken oder sie erst gar nicht entstehen lassen.

Ammoniak
Im Kanton Luzern stammen mehr als 95 % der Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft. Die Stickstoffeinträge aus der Luft liegen in weiten Gebieten des Kantons Luzern bei 20 bis 60 kg pro Hektar und Jahr. Für Hochmoore betragen jedoch die tolerierbaren jährlichen Eintragsmengen 5-10 kg/ha und für Wälder sowie Magerwiesen 10-20 kg/ha und Jahr. Somit sind längerfristig die Emissionen auf die Critical Load (tolerierbarer Eintrag) von 16 kg N / ha * Jahr zu reduzieren.

Der Regierungsrat des Kantons Luzern hat im Frühjahr 2007 den Massnahmenplan Luft, Teilplan Ammoniak verabschiedet. Dieser sieht vor die Ammoniak-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 30 % zu senken. Dazu müssen Landwirtschaftsbetriebe mit Bauvorhaben seit 2011 die Ammoniakverluste um 20 % gegenüber dem Zustand vor dem Umbau reduzieren. Gleichzeitig soll die Stickstoff-Effizienz (N-Effizienz) der Landwirtschaft ab 2010 jährlich um 0.5 % gesteigert werden, so dass bis 2030 eine Steigerung der N-Effizienz von 10 % ausgewiesen wird. Der Massnahmenplan sieht nebst Anforderungen an Neu – und Umbauten auch ein Förderprogramm im Rahmen der Ressourcenprojekte des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) vor.

Im Rahmen des Ressourcenprojektes Stickstoff nach Art 77a/b (LWG) wurden von 2009 bis 2014 entsprechende Massnahmen umgesetzt. Ein Teil der Massnahmen wurde ab 2015 mit den Ressourceneffizienzbeiträgen (DZV) weitergeführt.

 

Informationen zu Ammoniakemissionen:

  • Gesunde Tiere ohne Proteinüberschuss verusachen weniger Ammoniak.
  • Die Flächen im Stall und Laufhof sollten sauber und trocken gehalten werden um die Ammoniak Bildung zu vermindern. Mit steigender Temperatur wird der Harnstoff im Urin durch Mikroorganismen, welche sich im Kot befinden, zu Ammoniak umgewandelt. Deshalb sollte das Stallklima kühl gehalten werden.
  • Auf der Weide versickert Harn rasch und direkt im Boden und wird nicht in Ammoniak umgewandelt.
  • Durch abgedeckte Güllebehälter können Ammoniakemissionen verhindert werden.
  • Gülle soll nur ausgebracht werden wenn Pflanzen Stickstoff benötigen um weniger Ammoniak an Luft und in Gewässer zu verlieren. Keine Ausbringung in den Wintermonaten und bei hochsommerlichen Verhältnissen, der Boden darf nicht gefroren oder vernässt sein. Die Applikation durch den Schleppschlauf reduziert unnötige Ammoniakverluste.