19.03.2019 - Phosphorkonzentration im Baldeggersee ist nach wie vor zu hoch

Der Baldeggersee ist nach wie vor überdüngt und muss belüftet werden. Grund dafür sind die hohen Phosphoreinträge aus der Landwirtschaft. Ein zweijähriges Forschungsprojekt hat einerseits jene landwirtschaftlichen Flächen identifiziert, die in hohem Masse zum Phosphoreintrag in den See beitragen und andererseits Massnahmen aufgezeigt, um diesen zu reduzieren. Damit der See langfristig gesunden kann, muss die Phosphordüngung auf einem grossen Teil der landwirtschaftlichen Flächen deutlich reduziert werden. Die Ergebnisse des Forschungsberichtes bilden die Grundlage für ein Folgeprojekt ab 2020.

Seit 1999 laufen im Kanton Luzern Bestrebungen, die Phosphorkonzentrationen in den Luzerner Mittellandseen zu reduzieren. Dies ist mehrheitlich gelungen, im Baldeggersee sind sie aber nach wie vor deutlich zu hoch. Aus diesem Grund wurde vom Kanton Luzern ein zweijähriges Forschungsprojekt in Auftrag gegeben. Dabei standen folgende Aufgaben im Zentrum:

  • Aufzeigen, mit welchen Massnahmen die landwirtschaftsbedingten Phosphorfrachten aus dem Einzugsgebiet des Baldeggersees halbiert werden können.
  • Aufzeigen einer Methodik zur Identifikation der Flächen, die in hohem Masse zum Phosphoreintrag in den See beitragen.
  • Beurteilung von Massnahmen hinsichtlich der Wirkung und der Umsetzbarkeit auf den hoch beitragenden Flächen.
  • Entwicklung und Etablierung eines Monitorings zur Wirkung der Massnahmen.

Der Forschungsauftrag wurde unter der Leitung der Forschungsanstalt Agroscope durchgeführt und in enger Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort, den Dienststellen Landwirtschaft und Wald (lawa) sowie Umwelt und Energie (uwe), der ETH Zürich und des Wasserforschungsinstitutes der ETH eawag umgesetzt.

Phosphor aus über der Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen

Neben Modellierungen und Berechnungen wurde im Einzugsgebiet der Oberen Ron mit Feldmessungen überprüft, ob Flächen identifiziert werden können, die in hohem Masse zum Phosphoreintrag beisteuern. Die Annahme, dass nur wenige landwirtschaftliche Flächen massgeblich zur Phosphorbelastung beitragen, konnte für das Einzugsgebiet des Baldeggersees nicht bestätigt werden. Daraus folgt, dass weiterhin auf einem grossen Teil der Landwirtschaftsflächen Massnahmen nötig sind, um die Einträge von Phosphor in den Baldeggersee zu reduzieren. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit zeigen auf, dass das grösste Reduktionspotential beim historisch bedingt hohen Phosphorgehalt der Böden liegt. Damit der Phosphorgehalt in den Böden langfristig sinkt, muss die Phosphordüngung auf einem grossen Teil der Flächen deutlich reduziert werden. Je nach angestrebten Zeithorizont bezüglich Zielerreichung (Halbierung des Phosphoreintrags) sind unterschiedliche Massnahmen zu ergreifen.

Die Ergebnisse des Berichts dienen als Grundlage für die Ausgestaltung des Phosphorprojektes im Einzugsgebiet der Mittellandseen ab 2020. Die konkreten Massnahmen werden in den kommenden Monaten entwickelt.

Phosphor – Pflanzennährstoff mit Folgen

Phosphor ist ein lebenswichtiger Grundbaustein für Pflanzen wie auch für Tiere. Ein hoher Phosphor-Gehalt im Boden birgt jedoch die Gefahr, dass zu viel Phosphor in Gewässer wie z.B. den Baldeggersee gelangt. Dies führt zu einer starken Vermehrung von Algen. Abgestorbenes Pflanzenmaterial sinkt auf den Seegrund ab und wird unter Verbrauch von Sauerstoff abgebaut. Dadurch kann der Sauerstoff auf dem Seegrund vollständig aufgebraucht werden und fehlt dann den Fischen, ihrem Laich und den Kleinlebewesen im Sediment. 

Anhang

Schlussbericht: Evaluation der stark zur Phosphorbelastung des Baldeggersees beitragenden Flächen (Stoll, S., von Arb, C., Jörg, C., Kopp, S., Prasuhn, V. 2019)
Zusammenfassung Forschungsbericht stark beitragenden Flächen
Bild: Baldeggersee

Kontakt

Franz Stadelmann
Fachbereichsleiter Natürliche Ressourcen
Landwirtschaft und Wald (lawa)
Telefon: 041 349 74 50
franz.stadelmann@lu.ch