Natürliche Waldentwicklung

Auf geeigneten Flächen wird die natürliche Dynamik und damit der ganze Lebenszyklus des Waldes zugelassen - von der natürlichen Verjüngung bis zur Alters- und Zerfallsphase, ohne menschliche Eingriffe. Hierzu schliesst der Kanton mit Waldeigentümerinnen  und Waldeigentümern langfristige Verträge ab.

Waldflächen, die sich natürlich entwickeln, sind wertvolle Lebensräume. Sie bilden eine wichtige Ergänzung zum "Wirtschaftswald". Darin finden sich mehr alte Bäume (Altholz) und längerfristig auch mehr stehendes und liegendes Totholz, was für rund einen Viertel aller Waldarten überlebenswichtig ist.

Über den ganzen Kanton soll ein Netz solcher Lebensräume entstehen. Kernelemente sind die Naturwaldreservate. Ergänzt werden diese durch Altholzgruppen sowie durch einzelne alte oder besondere Bäume (Biotopbäume) und Totholz, welche im Rahmen des naturnahen Waldbaus auch im Wirtschaftswald erhalten bleiben. Bei diesen Massnahmen muss die Arbeitssicherheit bei Holzereiarbeiten gewährleistet sein. Zudem dürfen Altholzgruppen oder einzelne Bäume nie zu Gefahren entlang von Strassen oder bei Erholungseinrichtungen werden.

 Wozu Totholz und alte Bäume

Damit Totholz nicht zur Falle wird

Altholzgruppen
Der Kanton kann Waldeigentümer und Waldeigentümerinnen für den Erhalt von Altholzgruppen unter folgenden Bedingungen entschädigen:

  • Baumgruppe von mindestens acht Bäumen mit Durchmesser von mehr als 52 cm (Brusthöhendurchmesser).    

  • Vertraglich festgelegter Nutzungsverzicht der Bäume für wahlweise 25 oder 50 Jahre.

  • Es entstehen keine Gefahren durch den Erhalt der Bäume (Schutzwald, Sicherheit für Erholungssuchende, usw.)

Naturwaldreservate
Wird auf einer zusammenhängenden Fläche von mehr als 5 Hektaren langfristig ganz auf forstliche Eingriffe verzichtet, kann ein Naturwaldreservat eingerichtet werden. Damit können sowohl schutzwürdige Waldformationen (Moorwälder, seltene Waldgesellschaften, besondere Naturwerte) erhalten, wie auch die natürliche Entwicklung von häufig vorkommenden Waldgesellschaften zugelassen werden.

Weitere Auskunft dazu erteilt der zuständige Förster oder Ueli Frey, Fachbereich Waldbiodiversität. Über den Abschluss eines Vertrags entscheidet die Dienststelle Landwirtschaft und Wald aufgrund der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und der ökologischen Bedeutung der Objekte.