Arten- und Lebensraumförderung

Wertvolle Waldlebensräume werden gezielt aufgewertet. Für schützenswerte und national prioritäre Arten wie Flechten, Eiben, Auerhühner oder Gelbringfalter werden Projekte initiiert und mit Finanzhilfen umgesetzt.

Projekte erfolgen in Absprache mit den Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern und können entschädigt werden. Für entsprechende Beratung wenden Sie sich an den zuständigen Förster.

Waldrandaufwertungen
Der Waldrand als Übergangsbereich von Wald und Feld hat eine besondere Bedeutung als Rückzugs- und Lebensraum für einheimische Pflanzen- und Tierarten. Blühende und fruchtende Kräuter, Sträucher und Bäume spenden Nahrung und Deckung für eine Vielzahl von Lebewesen. Natürliche Gegenspieler von Schadinsekten finden Unterschlupf. Ein artenreicher Waldrand bereichert das Landschaftsbild. Waldrandaufwertungen werden mit Finanzhilfen unterstützt.

Sonderwaldreservate
Sonderwaldreservate dienen dem Artenschutz. Sie werden so bewirtschaftet, dass die Lebensraumansprüche der Waldzielarten erfüllt werden. Im Kanton Luzern von Bedeutung ist zum Beispiel das Auerhuhn. Der grösste Hühnervogel der Schweiz ist mit einem Bestand von schweizweit nur noch 450 bis 500 Paaren stark gefährdet. Er lebt in lückigen Bergwäldern. Wichtig ist eine gut entwickelte Bodenvegetation mit Zwergsträuchern, vor allem Heidelbeeren. Starke Bäume dienen als Schlafbäume. Mit forstlichen Eingriffen werden solche Lebensräume erhalten oder aufgewertet.

Übersicht Waldreservate

Kastanienselven
Bis ins 17. Jahrhundert wurde die Kastanie in der Zentralschweiz als wichtiges Grundnahrungsmittel genutzt. Doch mit dem Aufkommen von Mais und Kartoffeln geriet die Kastanie in Vergessenheit und die Kastanienselven wurden nicht mehr bewirtschaftet. Heute wird in Selvenrestaurationsprojekten die Kastanienkultur neu begründet und gepflegt und damit das ökologisch wertvolle Landschaftselement der Kastanienselven erhalten. Das Projekt Kastanienselvenrestauration Zentralschweiz wurde durch die Interessengemeinschaft Pro Kastanie Zentralschweiz in Zusammenarbeit mit den Kantonen LU, NW, OW, SZ, UR und ZG im Jahr 2008 gestartet. Bisher konnten elf Hektaren Kastanienhaine an acht Standorten rund um den Vierwaldstättersee restauriert werden.

Waldweiher
Waldweiher sind entscheidend für die Förderung von Amphibien, Libellen, Ringelnattern -  Arten, die selten geworden und daher als National Prioritäre Arten bezeichnet wurden.- An geeigneten Standorten werden im ganzen Kanton Waldweiher-Biotope geschaffen,  um die Lebensbedingungen für die wassergebundene Fauna und Flora zu verbessern.

Weitere Artenförderungsprojekte
Projekte für schützenswerte national prioritäre Arten wie Flechten, Eiben, Auerhühner oder Gelbringfalter werden initiiert und mit Finanzhilfen umgesetzt

Naturvorrangflächen
Ökologisch besonders bedeutsame Waldflächen sind im Waldfunktionenplan  (Link Geoportal) als Naturvorrangflächen ausgeschieden. Mit der Ausscheidung soll sichergestellt werden, dass bei der Beratung der Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer bezüglich der Waldbewirtschaftung die besonderen Qualitäten berücksichtigt werden. Naturvorrangflächen sind  nicht zu verwechseln mit Naturschutzgebieten. Massnahmen, die über die Handlungsgrundsätze für eine naturnahe Waldbewirtschaftung hinausgehen, werden mit den Eigentümerinnen und Eigentümern gemeinsam festgelegt und im Rahmen von Projekten entschädigt. Handlungsgrundsätze sowie die thematischen Schwerpunkte zu den Naturvorrangflächen finden sich in den Waldentwicklungsplänen.

Waldplanung