Projekte um die Weisstanne

Die Weisstanne wird im Luzerner Wald vielseitig gefördert. Sie besticht mit ihren positiven Eigenschaften: Sie ist standhaft dank ihren tiefen Wurzeln, robust, kaum anfällig für Borkenkäfer, auch auf Lehmböden wüchsig und sie kommt mit der Klimaerwärmung zurecht

Flyer Weisstanne

Die Weisstanne ist für viele Waldgebiete im Kanton Luzern unentbehrlich, deshalb wird sie in verschiedenen Projekten speziell unterstützt. Lesen Sie drei Beispiele:

Stufige Waldstruktur im Wald von Rüediswil

Weisstanne

Der Rüediswilerwald befindet sich in der Gemeinde Ruswil. Dort setzen Förster und Waldeigentümer der "Wald & Holz Genossenschaft Rottal und Sempachersee West" seit Jahren auf stufige Waldstrukturen. Mit dieser Ausrichtung bleibt der Bestand stabil und teure Aufforstungen können vermieden werden. Die Weisstanne eignet sich gut für stufige Wälder, da sie aufgrund ihrer Schattentoleranz mehrere Jahre unter dem Schirm der alten Bäume aufwachsen kann. Sie wird deshalb auch als Schattenbaumart bezeichnet.

Bei der Bewirtschaftung des Waldes ist man wie folgt vorgegangen: Vorhandene Verjüngungskegel wurden freigestellt und bereits grosse, entwicklungsfähige Weisstannen stehen gelassen. Dabei achtete man darauf, dass die Buche ebenfalls ihren Platz im Bestandesgefüge einnimmt. Einerseits ist sie wichtig für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit (Laubstreu etc.), andererseits lassen sich mit Hilfe der Buche die Lichtverhältnisse für die Weisstanne optimal regeln. So decken die bis nahe an den Boden reichenden Äste den Boden ab, was verhindert, dass die Krautvegetation (vor allem Brombeeren) Überhand nimmt und die jungen Tannen bedrängt. Mit dem Aufasten der Buchen können die Lichtverhältnisse schrittweise für die heranwachsende Tannenverjüngung angepasst werden.

Mit dieser Bewirtschaftungsstrategie konnten im Laufe der Jahre eindrückliche Waldbilder geschaffen werden.

Einsatz mit Schulklassen

SeppSchwizerMitWeisstsannen

Nach Lothar wurde in den "zerzausten" Beständen geholzt. Dabei stellte man fest, dass gute, natürliche Verjüngungsansätze vorhanden waren wie 5 - 50 cm grosse Tannen, Fichten und auch Laubhölzer. Diese Jungpflanzen waren jedoch von dem vielen Astmaterial zugedeckt. Unter Anleitung des Försters trugen Schulklassen der Oberstufe Pfaffnau die Äste zu Asthaufen zusammen und befreiten die kleinen Pflanzen von Dornenranken. Vor kurzem berichtete eine ehemalige Schülerin und heutige Gemeindeschreiberin einer Nachbargemeinde: "Das hat sich gelohnt, sieht jetzt super aus! Auf einem Waldspaziergang mit meiner Familie hab ich den Bestand wiedergesehen." Der für dieses Gebiet zuständige Förster engagiert sich seit Jahrzehnten für die Naturverjüngung in seinem Revier. Dank Fingerspitzengefühl für die Lichtregulierung und der Zusammenarbeit mit der Jagdgesellschaft, findet sich in seinem Revier ein guter Bestand an jungen Weisstannen. Sie ist auf den dort vorkommenden Böden sehr produktiv.

Jagdleute im Einsatz für den Jungwuchs

Pflanzung

Seit längerem treffen sich Jäger und Jägerinnen der Gemeinden Malters und Schwarzenberg jährlich zu einem Hegetag. Gemeinsam leisten sie wertvolle Arbeit für den Wildlebensraum und die Waldverjüngung. Im 2016 wurden mehrere hundert junge Bäume mittels Einzelschützen vor dem Wildverbiss geschützt, darunter viele Weisstannen. Sie ist mit ihren tiefen Wurzeln besonders wertvoll im Schutzwald. Die Bäume helfen die rutschgefährdeten Hänge zu stabilisieren und dienen als Schutz vor Steinschlag. Zudem hält der tief durchwurzelte Waldboden viel Wasser zurück.

Als Dank für die geleistete Arbeit laden die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer sowie die Forstvertreter nach Abschluss der Arbeiten die Jägerinnen und Jäger jeweils zu einem gemeinsamen Aser (Essen) ein. Dabei wird nicht nur Energie getankt, es finden auch anregende Diskussionen zwischen allen Beteiligten statt. Das gegenseitige Verständnis kann so aufgebaut werden.

 "Weisstanne - die neue Chefin im Wald" hiess die Kampagne 2015 der Plattform Weisstanne PROHOLZ Lignum Luzern. PROHOLZ Lignum Luzern, WaldLuzern und die Dienststelle Landwirtschaft und Wald setzen sich auch weiterhin für die Weisstanne ein.