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17.10.2014 - Renaturierung Meienstossmoos

Im Luzerner Eigenthal haben die Bauarbeiten für die Regeneration des Meienstossmooses begonnen. Damit das Hochmoor wieder genügend Wasser zur Verfügung hat, werden die für die Torfgewinnung angelegten Entwässerungsgräben gestaut und mit Sägemehl aufgefüllt. Intakte Hochmoore sind nicht nur wertvolle Lebensräume, sondern als CO2-Speicher wichtig für den Klimaschutz. Um ihre CO2-Emissionen zu kompensieren, leistet die Vogelwarte Sempach einen Beitrag an die Finanzierung des Moorregenerationsprojekts.

Der Kanton Luzern ist reich an Mooren. Etwa zehn Prozent der Schweizer Hochmoore von nationaler Bedeutung befinden sich m Kanton. Dazu gehört das Meienstossmoos im Eigenthal. Hochmoore sind laut Bundesrecht ungeschmälert zu erhalten, in gestörten Bereichen soll die Regeneration gefördert werden. Seit einigen Jahren legt die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) einen Schwerpunkt auf diese Arbeiten.

Entwässerung zerstört das Hochmoor

Vor rund zweihundert Jahren begann man Hochmoore wie das Meienstossmoos für die Torfgewinnung zu entwässern. Zeugen dieser Zeit sind hohe Torfstichkanten und zahlreiche Entwässerungsgräben. Der Wasserstand sank, die Moore trockneten aus und mit der eindringenden Luft setzte die mikrobielle Zersetzung des Torfes ein. Auf abgetrockneten Hochmooren wachsen Sträucher und Bäume. Die für Hochmoore typische Vegetation wird verdrängt.

Einfache Massnahmen

Damit das Moor wieder genügend Wasser zur Verfügung hat, werden die Entwässerungsgräben nun gestaut und mit Sägemehl oder von Baustellen stammendem Torf aufgefüllt. Am Schluss baut der Baggerführer die zuvor entfernten Torfstücke inklusive Pflanzen wieder ein. Damit sich der Wasserabfluss verlangsamt und der mooreigene Grundwasserspiegel angehoben wird, muss die Mooroberfläche möglichst ohne Neigung angelegt werden.

Klimaschutzprojekt der Vogelwarte Sempach

Intakte Hochmoore sind nicht nur wertvolle Lebensräume, sondern „Kohlenstoffsenken“. Das alljährlich nachwachsende Pflanzenmaterial verrottet nicht, sondern wird in Form von Torf im Moor eingelagert. Intakte Moore haben einen kühlenden Effekt auf das Klima, der stark unterschätzt wird. Alle Moore der Erde speichern etwa 60 Prozent so viel Kohlenstoff wie in der Atmosphäre vorhanden ist. Entwässerte Moore hingegen sind CO2-Schleudern. Die Vogelwarte Sempach hat sich deshalb entschlossen, das Projekt Meienstossmoos 2014 und in den Folgejahren mit je16‘000 Franken zu unterstützen. Mit diesem Beitrag an ein Klimaschutzprojekt will die Vogelwarte ihren CO2-Ausstoss durch Fahrten und Transporte (175 Tonnen) kompensieren. Mit dem Meienstossmoos ist ein Projekt gewählt worden, das Beispielwirkung im Inland und positive Wirkung auf die Biodiversität hat.

Die Arbeiten erfolgen schrittweise und schonend. Bauherrin ist die Dienststelle lawa, Eigentümerin der Parzelle ist die Stadt Luzern, genutzt wird das Hochmoorumfeld vom Militär, die randlichen Streuflächen werden von einem Landwirt bewirtschaftet.

Legenden:

Bild 1: Bagger im Meienstossmoos
Bild 2: Susanna Geissbühler (lawa) im Gespräch mit Peter Staubli (rechts, Beck und Staubli) und Roman Graf (links, Vogelwarte Sempach)

 

Kontakt

Susanna Geissbühler, Verantwortliche Lebensräume und Schutzgebiete, lawa, susanna.geissbuehler@lu.ch, 041 925 10 49

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