Landwirtschaft und Wald

Handlungsfelder und Schwerpunktmassnahmen

Es gibt eine Vielfalt an Verwendungsmöglickeiten von Holz und folglich auch zahlreiche involvierte Unternehmen oder Institutionen. In acht Bereichen wurden Handlungsfelder ermittelt und Massnahmen erarbeitet. In der folgenden Übersicht finden Sie jene Massnahmen, welche schwerpunktmässig angegangen werden. Weitere Massnahmen und mehr Details entnehmen Sie dem Massnahmenplan.

Die acht Handlungsfelder mit den Schwerpunktmassnahmen

  • Waldwirtschaft

    Ziel
    Die Strukturen und Prozesse der Waldorganisationen bei der Waldbewirtschaftung und zur Erbringung der Waldleistungen sind optimiert und gestärkt. Neue Geschäftsmodelle werden eingeführt.

    Herausforderungen und Stossrichtungen
    Im Handlungsfeld Waldwirtschaft stehen vier Stossrichtungen im Vordergrund: die Waldgesundheit, die Konkretisierung des effektiven Holznutzungspotenzials, die Stärkung der Leistungsfähigkeit der Waldorganisationen sowie die Motivierung der Privatwaldeigentümer, den Wald für die Holznutzung zu bewirtschaften.

    Schwerpunktmassnahme:

    Konkretisierung des effektiven Nutzungspotentials des Luzerner Waldes (M 1.1)

    Beschreibung
    Das Nutzungspotential des Luzerner Waldes ist aktuell nur annäherungsweise und nicht differenziert bekannt. Um genauer zu wissen, wie viel Holz in Zukunft aus den Luzerner Wäldern erwirtschaftet werden kann, soll das effektive Nutzungspotential konkretisiert werden. In der Ausarbeitung werden u.a. die sich verändernden Produktionsbedingungen (Klimawandel, NO2-Entrag etc.), die Baumartenzusammensetzung sowie die zu erwartenden Erntekosten berücksichtigt. 

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Das Luzerner Holznutzungspotential ist bekannt. Investitionen können besser auf die vorhandenen Ressourcen abgestimmt werden. 

    Beteiligte
    uwe, WaldLuzern, Förster/innen

  • Sägerei, Bau- und Möbelindustrie

    Ziel:
    Der Holzindustriestandort Luzern wird gestärkt. Die regionale Abstimmung zwischen Holzangebot und –nachfrage ist verbessert. 

    Herausforderungen und Stossrichtungen
    In Luzern wird mehr Holz verarbeitet als geerntet. Dennoch wird das Holznutzungspotential nicht ausgeschöpft. Die Kleinstrukturiertheit des Luzerner Waldes mit hohem Anteil an Privateigentum erschwert eine flexible, zeitnahe und kostengünstige Holzbereitstellung. Mit dem Aufbau der regionalen Waldorganisationen konnten klare Verbesserungen erreicht und zuverlässige Partnerschaften aufgebaut werden. Mehrere der grössten Schweizer Holzverarbeitungsunternehmen sind im Kanton Luzern ansässig. Die Zahl der Sägereien hat sich im Kanton Luzern jedoch zwischen 1991 und 2017 auf 44 Betriebe halbiert. Der Rückgang war etwas geringer als über die gesamte Schweiz betrachtet (minus 64%). Parallel dazu stieg der Einschnitt im Kanton Luzern um rund 60'000 m3 auf rund 325'000 m3 . Seit 2007 ist Luzern der Kanton mit dem höchsten Rundholzeinschnitt in der Schweiz (BFS 2018). Schweizweit betrachtet kann die Nachfrage nach Holzprodukten nicht mit Schweizer Produkten gedeckt werden. Es fehlt an Produktionskapazität für einzelne Produkte (Dreischichtplatte und Duo/Triobalken) und auch an Einschnittkapazitäten bei den Sägereien. Es besteht also weiterhin Entwicklungspotential für die Luzerner Betriebe. Dazu müssen vorhandene Produktionsstandorte gesichert und Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen werden. Im Handlungsfeld Sägerei-, Bau- und Möbelindustrie werden die drei Stossrichtungen: schnelle Verfügbarkeit von Bauholz, Marktplattform sowie Schaffung der Voraussetzungen für Verarbeitungskapazitäten bzw. Raumverfügbarkeit näher betrachtet. 

    Schwerpunktpassnahmen

    Entwicklungsstrategie Holzindustriestandorte (M 2.1)

    Beschreibung
    Damit im Kanton Luzern weiterhin ausreichend Verarbeitungskapazität zur Verfügung stehen und der Kanton seine führende Rolle in der Schweiz halten oder ausbauen kann, sind Holzindustriestandorte zu sichern. Dabei ist einerseits die Fortführung und Erweiterung der bestehenden Betriebe sicherzustellen, andererseits sind Flächen für neue, allenfalls grössere Anlagen zu eruieren und raumplanerisch zu sichern. Dies soll in einer Entwicklungsstrategie Holzindustriestandorte festgelegt werden. Trotz der Konzentration auf grössere Betriebe spielen auf Grund der knappen Landreserven bestehende dezentrale Sägereien eine wichtige Rolle. Um Betriebsentwicklungen zu ermöglichen, Seite 21 von 33 sollen die Gemeinden dafür sensibilisiert werden, geeignete, an solche Betriebe angrenzende Flächen als Reserven für die betriebliche Entwicklung freizuhalten. Darüber hinaus sollen strategisch wichtige Flächenreserven für die Holzbauindustrie raumplanerisch gesichert werden. LHZ, rawi, lawa und die Wirtschaftsförderung lancieren dazu eine Standortevaluation, die geeignete Flächen unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien (u.a. Holzlieferpotential, Absatzpotential, Erschliessung, Transportwege, Landreserven) eruiert. Durch ein Arbeitszonenmanagement soll die Verfügbarkeit der Flächen gesichert werden. 

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Eine Entwicklungsstrategie Holzindustriestandorte ist ausgearbeitet. Es stehen im Kanton Luzern ausreichend Flächen für den Ausbau der Verarbeitungskapazität zur Verfügung. 

    Beteiligte
    Externe Unterstützung, lawa, rawi, uwe, Wirtschaftsförderung, Regionale Entwicklungsträger RET

     

    Investitionsübersicht (Verarbeitungskapazitäten/Bedarf) (M 2.4)

    Beschreibung
    Verschiedene Akteure planen mit dem Rohstoff Holz. Es fehlt jedoch eine Übersicht, wer wo investiert bzw. wie sich die Nachfrageseite verändert. Mit der Übersicht kann abgewendet werden, dass zweimal «das gleiche Holz» verplant wird. Planungsfehler können so vermieden werden. Auf der anderen Seite kann das Wissen über eine geplante Investition eines Verarbeiters die eigene Nachfrage stimulieren. 

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Die Investitionsübersicht ist erstellt, kommuniziert und wird periodisch aktualisiert. Die Nachfrage und das Angebot am Rohstoff Holz können zusammengebracht und koordiniert werden. Es entstehen allfällige neue Zusammenarbeitsformen Besteller - Bereitsteller. Die Investitionsübersicht hilft für die Weiterentwicklung bzw. Prüfung von Projektideen. 

    Beteiligte
    lawa, rawi, uwe, Wirtschaftsförderung 

     

  • Holzwerkstoffe, Papier, Karton und holzbasierte Bioökonomie

    Ziel:
    Neue Verwertungsmöglichkeiten sind in geeigneten Partnerschaften mit der Industrie evaluiert. Forschung und Entwicklung werden gefördert und Pilotprojekte umgesetzt.

    Herausforderungen und Stossrichtungen
    Wie in der Potenzialstudie «Bioökonomie im Kanton Luzern» ausgeführt, ist Bioökonomie im Kanton Luzern bereits ein Thema (Anhang 5). Der Kanton Luzern ist für Projekte im Bereich der Bioökonomie gut aufgestellt. Es gibt im Kanton ansässige Unternehmen und Hochschulen mit Interesse an Neuentwicklungen im Bereich der Bioökonomie; die Forstwirtschaft ist ein starker Sektor mit viel Know-how und ein grosser Ressourcenpool (Holz) ist vorhanden. Es fehlen jedoch konkrete Förderinstrumente und übergreifende Netzwerke, um das Potenzial bestmöglich zu nutzen. Obwohl es Hindernisse bei der Anpassung von etablierten Produktionsprozessen gibt, bestehen im Grundsatz gute Strukturen für die Entwicklung von neuen innovativen Prozessen und Produkten.

    Schwerpunktmassnahme

    Initiierung neuer Netzwerke zwischen Holzwirtschaft und potentiellen Verwertern holzbasierter Inputstoffe (M 3.1)

    Beschreibung
    Die Forst- und Holzwirtschaft ist im Kanton Luzern u.a. durch die Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz (LHZ) gut organisiert, das entsprechende Netzwerk funktioniert. Um den neuen Verwertungsmöglichkeiten zum Durchbruch zu verhelfen, sind jedoch neue und erweiterte Netzwerke notwendig. Die Fraktionierung und stoffliche Nutzung des Holzes führen zu neuen Playern auf dem Holzmarkt, die mit den heute involvierten Akteuren keine oder nur wenig Berührungspunkte haben. Die traditionelle Holzbranche muss auf dieses sich verändernde Umfeld reagieren und sich darauf neu ausrichten. Die Interviews in der Potenzialstudie Bioökonomie (Anhang 5) ergaben, dass in der Industrie grosses Interesse an neuen Netzwerken im Bereich Bioökonomie besteht. Insbesondere für den Wissenstransfer und für die Suche möglicher Projektpartner für innovative branchenübergreifende Projekte würden Netzwerke begrüsst. Mögliche Massnahmen zur Förderung der Netzwerke sind: Aufbau eines Netzwerks oder Industrieclusters für den Bereich Bioökonomie im Kanton Luzern, bzw. Förderung der lokalen Vernetzung in nationalen und internationalen Netzwerken zur Bioökonomie; Fördern des Wissens- und Technologietransfers zwischen verschiedenen Stakeholdern (z.B. Zusammenbringen von Knowhow im Bereich Forstwirtschaft mit Chemie-/Pharmaindustrie); Führen und Fördern von öffentlichen Dialogen zu Projekten der Bioökonomie (Verständnis fördern, von Risiken und Chancen sowie Erfahrungen aus vorangehenden Projekten bekannt machen etc.). 

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Das bestehende Netzwerk der LHZ ist mit potentiellen Verwertern holzbasierter Inputstoffe ergänzt. Der Wissens- und Technologietransfer zwischen verschiedenen Akteuren wird so gefördert, dass daraus neue Projekte entstehen. Der öffentliche Dialog zu Projekten der Bioökonomie wird verstärkt geführt

    Beteiligte
    Weitere Akteure der klassischen Holzbranche

  • Energie

    Ziel:
    Energieholz fokussiert sich auf minderwertige Frisch-, Rest- und Altholzsortimente, für welche (noch) keine anderweitigen stofflichen oder chemischen Verwertungsmöglichkeien bestehen. Der Einsatz im Hochtemperaturbereich sowie die Kombination mit Koppelprodukten wie z.B. Strom oder Pflanzenkohle werden gegenüber der reinen Wärmeproduktion bevorzugt.

    Herausforderungen und Stossrichtungen
    Im Sinne eines sorgsamen Umgangs mit der Ressource Holz und der Optimierung des Beitrags für den Klimaschutz sind wo möglich höherwertige stoffliche Verwendungen der energetischen Nutzung vorzuziehen. Energieholz ist aber in einer funktionierenden Holzkette eine wichtige Verwertungsmöglichkeit für Seite 16 von 33 minderwertige Sortimente. Holz ist weiter einer der wenigen erneuerbaren Energieträger, welcher bei geeigneten Prozessen im Hochtemperaturbereich eingesetzt werden kann. Transportwege fallen auf Grund der geringeren Wertschöpfung verstärkt ins Gewicht. Auch die Reduktion transportbedingter Emissionen sowie die Versorgungssicherheit sprechen für eine regionale Energieholzversorgung. Der Anteil Energieholz an der Holzernte im Kanton Luzern hat sich von 2000 bis 2020 von 14% auf 28% verdoppelt (BFS 2021). Im Jahr 2022 wurden gemäss Forststatistik rund 80’000m3 Waldholz als Energieholz genutzt. Hinzu kommen Rest- und Altholz in ähnlichem Umfang. In den letzten Jahren sind zahlreiche neue Energieholzanlagen entstanden. Weitere, teils sehr grosse Projekte, sind in Planung. Holz-energie gewinnt durch die Klima- und Energiekrise national und international an Bedeutung. Dadurch ist dieses Sortiment das erste, in welchem Ressourcenknappheit spürbar wird. Die Energieholznutzung ist ein wichtiges Thema im kantonalen Energieförderprogramm, welches Fördermassnahmen dazu enthält. 

    Schwerpunktmassnahme

    Chancen für den Einsatz von Holzenergie als Prozesswärme nutzen (M4.1)

    Beschreibung
    In Zusammenarbeit mit der Industrie, der Hochschule und der kantonalen Energiefachstelle (uwe) sollen Prozessarten, Temperaturbänder und verschiedene Produktionsarten erneuerbarer Energien, welche dafür eingesetzt werden können, analysiert werden. Im Vordergrund steht dabei die Prüfung der Einsatzmöglichkeit von Holz. Mit Industriepartnern sollen entsprechende Umsetzungsprojekte geprüft werden. Die Massnahme steht in engem Zusammenhang mit den Massnahmen KS-E1.1 und KS-I1.1 aus dem Planungsbericht Klima und Energiepolitik:

    • KS-E1.1: Erarbeitung und Umsetzung einer kantonalen Strategie für die Dekarbonisierung der Gasversorgung und Förderung der saisonalen Speicherung Power-to-Gas unter Einbezug von Energieversorgungsunternehmen.
    • KS-I1.1: Unterstützung individueller Analysen der grossen Industriebetriebe bezüglich Prozessenergie und Förderung von Massnahmen zur Umstellung auf fossilfreie und erneuerbare Prozessenergie. 

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Die Chancen für den Einsatz von Holzenergie als Prozesswärme und mögliche Umsetzung sind in Zusammenarbeit mit Industriepartnern und der Hochschule geprüft. 

    Beteiligte
    lawa

    Erstellung und Bewirtschaftung einer Übersicht über den Rohstoffbedarf von bestehenden und geplanten Holzenergiekraftwerken (M 4.2)
    Beschreibung 
    Auf Grund des starken Wachstums der Energieholznutzung und der daraus entstehenden Konkurrenz zu hochwertigeren Verwendungen des Rohstoffs Holz ist die Diskussion um die Rohstoffverfügbarkeit und Nachfrage im Energieholzbereich von besonderer Bedeutung. Sie ist jedoch zwingend im Kontext der gesamten Holzkette zu betrachten. Daher ist diese Massnahme als Teil der Massnahme M2.4: Investitionsübersicht (Verarbeitungskapazitäten/Bedarf) zu verstehen. Vorhandene Daten zu Holzenergieanlagen sollen so aufbereitet und wo notwendig ergänzt werden, dass eine interaktive kartographische Darstellung des Rohstoffbedarfs erstellt werden kann. 

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Eine online-Karte zur Visualisierung des Ressourcenbedarfs bestehender und geplanter Holzenergieanlagen steht öffentlich zur Verfügung.

    Beteiligte
    Holzenergie Schweiz, Fachgruppe Holzenergie LHZ, lawa, raw

     

  • Kreislaufwirtschaft

    Ziel
    Die Holzbranche richtet sich so aus, dass eine über das einfache Recycling hinausreichende Kreislaufwirtschaft schrittweise etabliert werden kann. Neue Geschäftsfelder für langlebige und/oder multifunktionale Produkte werden entwickelt.

    Herausforderungen und Stossrichtungen
    Die in der Holzbranche breit bekannte Kaskadennutzung funktioniert nach dem Grundsatz: höherwertige Nutzung vor niederwertiger Nutzung. Am Ende der Kaskade mit einer Mehrfachnutzung steht die thermische Verwertung. Mittlerweile reift die Erkenntnis, dass die Kreislaufwirtschaft auch in der Holzbranche einen wichtigen Stellenwert bekommen soll. Die Kreislaufführung beinhaltet die Wiederverwertung in einem stetigen Kreislauf und setzt damit auch auf die Lebenszyklusverlängerung von Produkten. Eine thermische Nutzung ist nur dann vorgesehen, wenn keine anderen Nutzungsmöglichkeiten wirtschaftlich oder stofflich sinnvoll sind.  

    Holzkreislaufwirtschaft im Kanton Luzern
    Die Holzkreislaufwirtschaft im Kanton Luzern wurde mit der Holzbranche erörtert. Aus der Diskussion ergab sich, dass das Gelingen der Holzkreislaufwirtschaft im Kanton Luzern von 2 Aspekten abhängt: Erstens muss das Luzerner Holznutzungspotential möglichst differenziert ausgewiesen und ausgeschöpft werden. Dadurch erhöht sich der Anreiz, das gleiche Holz mehrmals zu verwenden. Zweitens ergibt sich die Motivation zur Wiederverwendung aus dem Markt. Wenn der Rohstoff Holz knapp und teurer ist, lohnt es sich, das gleiche Holz mehrmals zu verwenden.

    Schwerpunktmassnahmen

    Aufbau Forschungsgruppe Kreislaufwirtschaft (M 5.1)

    Beschreibung
    Zur Förderung und Implementierung der Kreislaufwirtschaft sowie für den Kompetenzaufbau soll der Aufbau einer Forschungsgruppe an der Hochschule geprüft werden. Neben Forschungstätigkeiten in den angewandten Wissenschaften soll diese Gruppe ebenso als Advisory Board für den Kanton Luzern fungieren, in dem sie den Kanton in der Ausrichtung zur Kreislaufwirtschaft berät. In Kombination dazu sollen KMU bei der Entwicklung von kreislaufwirtschaftstauglichen Geschäftsmodellen unterstützt werden. Diese Beratung soll zusammen mit verschiedenen Partnern aus der Wirtschaft erfolgen. Dieses Beratungsangebot ist als Massnahme KS-ER1.2 im Energie- und Klimabericht festgelegt: - KS-ER1.2: Initiierung eines Zentralschweizer Beratungsangebots für KMU zur Entwicklung von kreislaufwirtschaftstauglichen Geschäftsmodellen zusammen mit Partnern (z. B. HSLU, Wirtschaftsförderung, ZENTRUM, IHZ, KGL)

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe Kreislaufwirtschaft einer Hochschule ist konstituiert und arbeitet aktiv mit dem Kanton zusammen. Kantonale Bildungsinstitutionen positionieren sich aktiv zum Thema Kreislaufwirtschaft.

    Beteiligte
    uwe, lawa, HSLU

    Förderung Kreislaufgedanken in der Wald- und Holzwirtschaf (M5.2)

    Beschreibung
    Um den Kreislaufgedanken in der Holzwirtschaft zu stärken und das Potential der Holzwirtschaft in der Kreislaufwirtschaft sichtbar zu machen, prüft der Kanton zusammen mit der Branche einen Wettbewerb über alle Ausbildungsstufen und Berufe der Holzkette für innovative Anwendungsbeispiele, die nach den Ansätzen der Kreislaufwirtschaft realisiert werden. Damit sollen Methoden in der Holzverarbeitung gefördert werden, die zulassen, dass eingesetztes Holz Jahrzehnte später in gleicher Weise oder anderer Art wiederverwendet werden kann und damit das CO2, das im Holz gespeichert ist, länger gebunden wird. 

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Ressourcenschonende Produktion und kreislaufwirtschaftstaugliche Methoden in der Holzverarbeitung werden geförd.

    Beteiligte
    HSLU, LHZ

  • Institutionelle und organisatorische Rahmenbedingungen

    Ziel
    Der Kanton Luzern verfügt über optimale institutionelle Rahmenbedingungen im Bereich der Wald- und Holzwirtschaft. Ein Cluster aus Unternehmen, Institutionen und den Behörden (private und öffentliche Akteure) gewährleistet den Aufbau von optimalen Wertschöpfungsketten.

    Herausforderungen und Stossrichtungen
    Neben den Massnahmen entlang der Holzkette bedarf es für eine «Offensive Holz» auch geeigneter institutioneller Rahmenbedingungen

    Schwerpunktmassnahmen

    Optimierung Prozessberatung Projekte Holzwirtschaft (M 6.2)

    Beschreibung
    Die Wald- und Holzwirtschaft hat verschiedene Schnittstellen innerhalb der Verwaltung. Bei Baubewilligungen sind die Verantwortlichkeiten grundsätzlich klar, auch wenn verschiedenen Stellen betroffen sind: Baubewilligungsbehörden sind die Gemeinden. Der Lead für die kantonsinterne Koordination bei Baubewilligungen liegt bei der rawi, Abteilung Bewilligungen. Es gibt aber auch Anliegen der Wald- und Holzwirtschaft, bei denen kantonsinternen Zuständigkeiten unklar sind. Gemäss erster Analyse ist jeder Fall ein wenig anders gelagert. Eine genauere Aufgabenabgrenzung innerhalb der Verwaltung scheint für diese Ausgangslage nicht dir richtige Lösung zu sein. Stattdessen sollen potentiell betroffene Verwaltungsstellen darauf sensibilisiert werden, dass Anliegen aus der Wald- und Holzwirtschaft oft interdisziplinäre Lösungen aus verschiedenen Verwaltungsstellen brauchen. Wenn eine Verwaltungsstelle mit einem nicht klar zuordenbaren Anliegen kontaktiert wird, soll, im Sinne eines Pilots, ein «RoundTable» mit potentiell betroffenen Verwaltungsstellen einberufen werden, um die Zuständigkeiten zu klären. Es sind in der Regel folgende Stellen einzubeziehen: rawi (Kantonsplanung, Wirtschaftsentwicklung und Baugesuche), lawa (Holzförderung), uwe (Förderprogramm Energie, Geschäftsstelle), Dienststelle Immobilien (immo) und Wirtschaftsförderung.

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Die verschiedenen betroffenen Verwaltungseinheiten sind bezüglich der Interdisziplinarität der Bewilligungsprozesse sensibilisiert. Bei Unklarheiten über Zuständigkeiten wird als Pilot das Instrument eines «RoundTables» angewendet, indem potentiell betroffene Verwaltungsstellen die Verantwortlichkeit

    Beteiligte
    lawa, uwe, immo, Wirtschaftsförderung 

    Förderung / Chance junge Berufsleute (M 6.4)

    • Beschreibung
      Die Rekrutierung und Förderung von Fachkräften ist in allen Branchen eine grosse Herausforderung. Für die Wald- und Holzbranche geht es insbesondere darum, die Attraktivität der Waldund Holzberufe zu erhalten, das Abwandern der Fachkräfte zu verhindern und junge Berufsleute zu gewinnen. Im Rahmen der Massnahmen zur Förderung junger Berufsleute sind folgende Ansatzpunkte denkbar:
    • Verbesserte Koordination unter den Branchen im Rahmen der Berufsbildung
    • Praktika im Verlauf der Lehre in anderen Branchen zur Stärkung des branchenübergreifenden Verständnisses und Zusammengehörigkeitsgefühls
    • Durchlässigkeit der Wertschöpfungskette in der Berufsbildung verstärkt integrieren
    • Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten innerhalb der Holzkette aufzeigen und kommunizieren
    • Holzberufe beim kantonalen Berufsinformationszentrum BIZ stärker in den Fokus setzen
    • Moderne und attraktive Arbeitsbedingungen schaffen, z.B. durch flexiblere Arbeitszeitmodelle
    • Aktive Kommunikation auf Social Media

    Die Organisationen der Arbeitswelt (OdA) und die Branchenverbände sind die Träger der Berufsbildung und definieren die Bildungsinhalte. Dementsprechend soll die Umsetzung dieser Massnahme in Zusammenarbeit mit diesen Organisationen angegangen werden. Folgende Massnahmen sind bereits geplant. Weitere sind anhand der oben erwähnten Ansatzpunkte zu entwickeln.

    • branchenübergreifender Auftritt an der Zentralschweizer Bildungsmesse ZEBI 2024
    • Social Media Kampagne «Ich lerne Holz» (inkl. Event für die sich beteiligenden Lernenden)

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Wald- und Holzberufe bleiben für junge Berufsleute attraktiv, sie fühlen sich von solchen Berufen angesprochen. Die Fachkräfte kennen die Möglichkeiten zur Weiterbildung oder Neuorientierung entlang der Wertschöpfungskette Holz. Die Abwanderung der Fachkräfte wird durch attraktive Arbeitsbedingungen minimiert.

    Beteiligte
    Akteure der Holzbranche, OdA, BIZ

  • Kommunikation

    Ziel
    Alle Akteure und die Bevölkerung sind gut informiert, kennen das Potential des Luzerner Waldes und wirken im Rahmen ihrer Möglichkeit zur verstärkten Luzerner Holznutzung mit. Die Bevölkerung erkennt, versteht und schätzt die Leistungen des Luzerner Waldes und der Wald- und Holzwirtschaft. 

    Herausforderungen und Stossrichtungen
    Im Handlungsfeld Kommunikation geht es einerseits darum, die Endkundinnen und Endkunden vom Kauf von Schweizer bzw. Luzerner Holz zu überzeugen, andererseits der Bevölkerung die Vorteile der Waldnutzung näher zu bringen. Für die Stärkung der Holzkette sind die folgenden drei Botschaften zentral: - Die Nutzung von Luzerner Holz stärkt die regionale Wertschöpfungskette. Sie generiert damit Arbeitsplätze direkt vor Ort. - Die Nutzung von Holz ist Klimaschutz. CO2 wird gebunden. - Die aktive Waldpflege hat positive Auswirkungen auf die Waldgesundheit und damit auf sämtliche Waldleistungen (Ökosystemleistungen).

    Schwerpunktmassnahmen

    Förderung des Verständnisses für Holzschläge (M 7.2)

    Beschreibung
    Zahlreiche Waldbesuchende finden im Wald Erholung. Oft fühlen sie sich durch die Waldbewirtschaftung in ihrer Freiheit gestört. Auch das Verständnis für das Fällen von Bäumen zur Pflege des Waldes oder Nutzung des Holzes ist in breiten Teilen der Bevölkerung nicht oder nur bedingt vorhanden. Mit einer Infokampagne soll dem entgegengewirkt werden. Analog zur Baustellensignalisation könnte auch der Holzschlag besser kommuniziert werden. Dies könnte niederschwellig durch Plakate oder Infotafeln mit Links zu weiterführenden Informationen erfolgen. Auf diesen könnten neben der Holzschlag-Information auch weitere Facts & Figures zum Luzerner Wald stehen. Das etablierte Waldmanagement-Tool «Waldportal» liesse sich dazu mit geringem Aufwand ergänzen (Felder für Kommunikation nach aussen einfügen, Textbausteine bereitstellen, Webplattform und standardisierte Datenschnittstellen anbieten). Die Informationen sind als Online-Info in bestehende Wander-Apps (schweizmobil.ch) oder andere touristische Informationsplattformen integrierbar.

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Die Bevölkerung kennt die positiven Aspekte der Holznutzung und hat dank professioneller Kommunikation Vertrauen in die Arbeit der Forstfachleute. Sie schätzt und nutzt den regionalen Rohstoff Holz.

    Beteiligte
    lawa

    Veranstaltungen und Informationskampagnen zu Wald und Holz (M 7.3)

    Beschreibung
    Mit Veranstaltungen und Informationskampagnen wird die Wertschätzung für den Wald und die Holznutzung in der Bevölkerung gefördert und Vertrauen in die Arbeit der Waldeigentümerschaft und der Wald- und Holzwirtschaft geschaffen. Die Wichtigkeit des Waldes als Lebensraum, als Schutz vor Naturgefahren, als CO2-Speicher, als Wasserspeicher, für den Klimaschutz und der damit verbundenen sinnvollen Bewirtschaftung und Holznutzung wird erlebbar gemacht. Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald und die Herausforderungen für die Überführung der Wälder in die Zukunft werden aufgezeigt. Seite 29 von 33 Die «Ressource Holz» wird der Bevölkerung nähergebracht. Auf verschiedenen Kanälen wird dem Publikum der Wald und die Verwertungsmöglichkeiten von Holz auf attraktive Weise vermittelt.

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Die breite Bevölkerung kennt die Bedeutung der Holznutzung für die Sicherstellung der Waldleistungen. 

    Beteiligte
    Lawa, VLK

  • Regulatorische Rahmenbedingungen und Anreize

    Ziel
    Die optimale Holznutzung wird mit geeigneten regulatorischen Massnahmen sichergestellt sowie mit geeigneten finanziellen Anreizen unterstützt.

    Herausforderungen und Stossrichtungen
    Zusätzlich zu den inhaltlichen Massnahmen unterstützen regulatorische Massnahmen und finanzielle Anreize das Ausschöpfen des Holznutzungspotentials. 

    Schwerpunktmassnahmen

    Anreize zum Bauen mit Holz im Hochbau (M 8.1)

    Beschreibung Um die Nachfrage nach Bauteilen aus Holz zu fördern, wurden im Rahmen des Projekts verschiedene Ansätze diskutiert:
    1. Finanzielle Förderung
    2. Dichteboni für das Bauen mit Holz
    3. Einführung neuer oder Erweiterung bestehender Labels/Standards
    4. Steuerliche Anreize für Bauen mit Holz

    • Zu 1) Im Rahmen des Planungsberichts Klima- und Energiepolitik wird unter Massnahme KS-G4.1 ein finanzielles Förderinstrument für den Klimaschutz bei Gebäuden entwickelt, von dem auch der Baustoff Holz profitiert:
      - KS-G4.1: Finanzielle Förderung von treibhausgasarmen Baumaterialien (unter Berücksichtigung der grauen Energie) verbunden mit Label, z.B. Holzbauten, Recyclingbeton usw. Ansatz 1 wird somit in diesem Kontext weiterverfolgt.
    • Zu 2) Die Gemeinden können in ihren Bau- und Zonenreglementen die Anforderungen – etwa Qualitätskriterien zur Nachhaltigkeit – festlegen, bei deren Einhaltung Abweichungen von der Gesamthöhe oder der Dichteziffer zulässig sind. Für den Ansatz 2 liegt somit die Verantwortung bei den Gemeinden. Der Kanton hat diesbezüglich keine direkten Einflussmöglichkeiten.
    • Zu 3) Labels und Standards für nachhaltiges Bauen werden auf nationaler und internationaler Ebene entwickelt. Kantonale Förderinstrumente müssen auf breit anerkannten Labels und Standards basieren. In Europa werden neben dem Energienachweis zunehmend auch Nachhaltigkeitsanforderungen für Baumaterialien definiert. Solche Ansätze sollten künftig in die kantonale Gesetzgebung aufgenommen werden. Massnahmen für den Ansatz 3 liegen demnach in der Verantwortung des Gesetzgebers und der Politik.
    • Zu 4) Es ist zu prüfen, inwiefern Bauen mit Holz steuerlich gefördert werden könnte. Es wurden diesbezüglich bisher keine detaillierteren Abklärungen gemacht. Zusammenfassend fokussiert sich diese Massnahme kurzfristig auf die Umsetzung der Massnahme KS-G4.1 aus dem Planungsberichts Klima- und Energiepolitik. Für weitere Förderinstrumente nach den Ansätzen 1) bis 4) ist eine Wirkungsanalyse der möglichen Anreizsysteme erforderlich. 

    Erwartetes Ergebnis und Wirkung
    Treibhausgasarme Baumaterialien (insbesondere Holz) werden im Rahmen des Energieförderprogramms unterstützt. Das Potential von Holz im Bau wird breiter bekannt und die gesteigerte Nachfrage nach Bauteilen aus Holz fördert die Innovation im Holzbau. Weitere mögliche Anreizsysteme sind evaluiert. Entscheide für einen allfälligen Ausbau der Förderinstrumente basieren auf einer transparenten Grundlage

    Beteiligte
    lawa, rawi, FD, Gemeinden

Michiel Fehr
Fachbereichsleiter Waldnutzung
Tel: 041 349 74 79
E-Mail

Titelseite Offensive Holz
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