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Der Wolf im Kanton Luzern

Der Wolf in der Fotofalle im Eigental 2009 (Bild lawa)

Woher kommen die Wölfe? Alle Wölfe in der Schweiz stammen aus der italienisch-französischen Alpenpopulation. Die Wölfe breiten sich von Italien her entlang dem Alpenbogen nach Norden aus. So wandern sie natürlicherweise auch in die Schweiz ein. Wölfe können bis zu 50 km pro Tag zurücklegen.

Der Wolf im Kompartiment Zentralschweiz West. Die Schweiz wird betreffend Grossraubtiere in so genannte Kompartimente unterteilt. Das Kompartiment Zentralschweiz West umfasst die Kantone Luzern, Obwalden, Nidwalden, Uri (westlicher Kantonsteil) und Bern (östlicher Kantonsteil). In diesem Raum wurden 2020 bisher zwei männliche Wölfe genetisch nachgewiesen. M76 im südwestlichen Teil des Kompartiments, im oberen Entlebuch und angrenzenden Emmental. M131 im Kanton OW.

Der Wolf im Kanton Luzern. Die DNA-Analysen zeigen, dass bis im Jahr 2012 der Wolf M20 nachgewiesen wurde. Im Jahr 2018 gab es zwei genetische Nachweise des Wolfs M76. Gemäss der Koordinationsstelle für Grossraubtiere (Kora) wurden in der Schweiz  rund 110 Wölfe genetisch nachgewiesen (Nov. 2020). Diese Zahl umfasst alle Tiere aus den 11 bestätigten Rudeln mit deren Welpen, sowie alle Einzelwölfe.

Entschädigung gerissener Nutztiere. Gerissene Nutztiere, welche durch die Wildhut eindeutig als Wolfsriss bestätigt sind, werden entschädigt. Für die Festlegung der Höhe der Entschädigung gelten je nach Tierart die aktuellsten Einschätztabellen der Zuchtverbände oder der Preiskatalog von Agriexpert.

Herdenschutz im Kanton Luzern. Die Herdenschutzmassnahmen unterliegen der Verantwortung der Tierhalterinnen und Tierhalter. Sie werden von Bund und Kanton gefördert und unterstützt. Der wirksamste Herdenschutz erfolgt mit Hunden. Zurzeit sind im Kanton Luzern auf mehreren Alpen Herdenschutzhunde im Einsatz. Von der Planung die Herde von Herdenschutzhunden bewachen zu lassen bis zum definitiven Einsatz der Hunde muss mit 2 Jahren gerechnet werden. Fachgerechtet elektrifizierte Zäune mit mindestens 4 Litzen oder Drähte bieten je nach Grösse und Topografie der Weiden auch einen effizienten Schutz vor Grossraubtieren wie dem Wolf.

Gesuche für die Haltung von Herdenschutzhunden oder für die Unterstützung eines Zaunes als Herdenschutzmassnahme sind der Kantonalen Herdenschutzberatung, BBZ Schüpfheim, an Dieter von Muralt, zu stellen. Die Haltung von Herdenschutzhunden und Zaunanpassungen zwecks Herdenschutz werden, gemäss Vorgaben der Vollzugsrichtlinien Herdenschutz, finanziell vom  Bundesamt für Umwelt BAFU unterstützt.

Bei einem Wolfsübergriff stellt der Kanton als Sofortmassnahmen Blinklichter und Flattry-Bänder und im begrenztem Rahmen Zaunmaterial zur Verfügung. Diese sind beim kantonalen Herdenschutzberater zu beantragen.

Der Kanton Luzern unterhält zudem einen SMS-Dienst, mit dem Schaf- und Ziegenhalter/-innen zeitaktuell über besondere Vorkommnisse im Zusammenhang mit dem Wolf informiert werden. Mit Hilfe dieses Warndienstes können besondere Schutzmassnahmen wie das Einstallen der Tiere währen der Nacht, schneller eingeleitet und umgesetzt werden.  Der gratis SMS-Dienst kann bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) per E-Mail beantragt werden (E-Mail mit Namen, Vornamen, Adresse, PLZ, Wohnort sowie der Mobil-Telefonnummer und dem Betreff „SMS-Infodienst" an lawa@lu.ch zustellen).

Keine Gefahr für den Menschen. Der Wolf kommt mit der heutigen Kulturlandschaft gut zurecht und nähert sich auch Siedlungen. Menschen meidet er aber aufgrund jahrhundertelanger Verfolgung. Trotzdem muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass jedes Wildtier, wenn es in die Enge getrieben wird oder verwundet ist, sich zur Wehr setzt und einen Menschen verletzen kann. Deshalb: Wer einen Wolf sieht, sollte sich bemerkbar aber ruhig verhalten und das Tier beobachten. Wenn es möglich ist ein Foto machen ohne dem Tier zu folgen und anschliessend umgehend die Wildhut informieren.

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