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Fund des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) in Zell

Im Gemeindegebiet Zell wurde der Schädling «Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB)» entdeckt. Der Käfer zählt zu den besonders gefährlichen Schadorganismen und gilt daher gemäss Pflanzengesundheitsverordnung des Bundes als meldepflichtig.

Durch die Beobachtung aufmerksamer Einwohnenden wurden einzelne Exemplare auf Ihrem Gemeindegebiet gefunden und als ALB bestätigt. Der ALB ist für den Menschen nicht gefährlich, jedoch für unsere Laubbäume.

Der ALB befällt verschiedenste Laubholzarten – auch gesunde Bäume. Dazu zählen etwa Ahorn, Pappel, Weide, Rosskastanie, Birke, Platane, Buche und weitere Laubholzarten. Der ALB kann die befallenen Bäume binnen weniger Jahre zum Absterben bringen. Da die zu erwartenden wirtschaftlichen und ökologischen Schäden für das betroffene Gebiet sowie die ganze Schweiz sehr hoch sind, gilt der ALB als prioritär und muss konsequent bekämpft werden. Um dem Käfer die Lebensgrundlage zu nehmen und seine Verbreitung zu unterbinden, müssen befallene Bäume gefällt und gehäckselt werden. Nur so kann eine Ausbreitung des ALB erfolgreich verhindert werden. In der Schweiz wurden bisher vier Befälle durch ALB entdeckt, die dank koordinierten Massnahmen erfolgreich getilgt werden konnten.

Asiatischer Laubholzbockkäfer

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) (Bild: WSL)

ALB Ausflugloch

Ausflugloch eines ALB (Bild: WSL)

Helfen Sie mit.

Funde melden
An: Miguel Zahner, Leitung Einsatz ALB, lawa@lu.ch. Gefundene potenzielle Schädlinge bitte in einem Glas mit Deckel (gelöchert) aufbewahren und im Kühlschrank lagern. 

Umgang mit Grüngut in der Gemeinde Zell
Vom ALB befallenes Pflanzenmaterial darf nicht abtransportiert werden. So kann eine Verbringung verhindert werden. Es gilt folgendes:

  • Es ist verboten, jegliches Schnittgut von Laubgehölzen (Bäume, Sträucher, Hecken etc.) aus den Zonen zu transportieren.
  • Die Sammelstelle Briseck in der Gemeinde Zell steht für die Entsorgung von Kleinmengen des Privatgebrauchs zur Verfügung. Das gilt auch für Schnittgut von Laubgehölz.
  • Um die Arbeit des Werkdienstes zu erleichtern, trennen Sie bitte Laubgehölz mit einem Astdurchmesser von mehr als 2 cm vom übrigen Schnittgut (z.B. Heckenrückschnitt oder Laubabfällen).
  • Wird ein Gartenunternehmen beauftragt, darf das Schnittgut ebenfalls nicht die Zonen verlassen. Kleinmengen sind bei der Sammelstelle Briseck zu entsorgen. Fallen grössere Mengen an, nehmen Sie vor der Ausführung Kontakt mit Alexander Singeisen, Leiter Monitoring ALB, lawa@lu.ch, auf.
  • Diese Massnahmen gelten bis am 1. April 2023.

Umgang mit Holz aus dem abgegrenzten Gebiet

Bei der Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) muss das Verbringungsverbot umgesetzt werden. Eine Weiterverbreitung des ALB kann so verhindert werden. Mehr Informationen entnehmen Sie dem Merkblatt.

Suchteams unterstützen
Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) sucht in den kommenden Tagen das betroffene Gebiet in der Gemeinde Zell nach befallenen Bäumen ab. Sie wird dabei von Spürhunden unterstützt, welche den Käfer riechen können. Wir bitten Sie, den Suchteams den Zutritt zu Ihrem Grundstück zu ermöglichen.

Danke für Ihre Mithilfe.

Impressionen


Informationsvideo

Phasen der ALB-Bekämpfung

Um Erfolg zu haben, muss die Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) schnell und konsequent erfolgen. Die Bekämpfung gliedert sich in die vier Schritte:
  • Identifizieren

    Zur Zeit findet in der Kern- und Fokuszone ein intensives Monitoring statt. 2 Spürhundeteams und 2 Forstpersonen untersuchen die Laubbäume auf einen möglichen Befall. Festgehalten werden Merkmale wie die Baumart, die Höhe des Baumes und die Koordinaten.

  • Organisieren

    Anhand des Monitorings wird ersichtlich, welche Sofortmassnahmen nötig sind. Der Staatsforstbetrieb Kanton Luzern organisiert das Fällteam, das Hacken und die Entsorgung.

  • Eliminieren

    In einem ersten Schritt werden diejenigen Bäume gefällt, welche bereits jetzt durch den ALB befallen sind. Damit wird die Vermehrung des ALBs so stark wie möglich reduziert. Zudem werden Sicherheitsrisiken, welche von befallenen Baumteilen (z.B. Ast) ausgehen, behoben.

  • Verifizieren

    In den Wintermonaten folgt das nächste Monitoring. Dabei werden alle Wirtspflanzen in der Kern- und Fokuszone aufgenommen.

Phasen der ALB-Bekämpfung

Nach diesem Monitoring werden weitere Massnahmen wie Präventivfällungen eingeleitet. Damit wird das klare Ziel verfolgt, den ALB zu tilgen.

Dem ALB die Lebensgrundlage nehmen – Präventivfällungen

Mit den kühleren Wintermonaten endet die Flugzeit des Schädlings. In dieser Phase werden die bisherigen Erfahrungen im Monitoring ausgewertet und das Befallsausmass analysiert. Im Siedlungsgebiet in der unmittelbaren «Kernzone», in der der Befall durch den ALB am grössten ist, werden vorsorglich Fällungen von spezifizierten Pflanzen (Laubgehölz) vorgenommen. Denn nur durch das Fällen dieser spezifizierten Pflanzenarten wird dem Asiatischen Laubholzbockkäfer die Lebensgrundlage genommen. Damit erfolgt eine konsequente Bekämpfung des ALB, die schlussendlich in einer erfolgreichen Tilgung endet. Diese ist frühestens nach vier Jahren Befallsfreiheit erreicht.

Auch in einem angrenzenden Schutzwald wurde ein ALB-Befall festgestellt. Wie dort nun vorgegangen wird, ist Gegenstand von weiteren umfassenden Abklärungen. Schutzwald-Experten analysieren die Situation mit dem Ziel, die Schutzfunktion des Waldes möglichst zu erhalten.

Liste der spezifizierten Pflanzen (vom ALB besonders oft befallene Pflanzen)

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name
Ahorn Acer spp.
 Rosskastanie Aesculus spp.
 Erle  Alnus spp.
 Birke  Betula spp.
Hain-/Hagebuche Carpinus spp.
Kuchenbaum Cercidiphyllum spp.
 Haselnuss Corylus spp.
Buche Fagus spp.
Esche Fraxinus spp.
Blasenbaum Koelreuteria spp.
Platane Platanus spp.
Pappel Populus spp.
Weide Salix spp.
Linde Tilia spp.
Ulme Ulmus spp.

Miguel Zahner
Gesamtleitung
Einsatz ALB
Tel: 041 349 74 00
E-Mail

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