Ammoniakemissionen bei Stallbauten

Gemäss kantonalem Massnahmenplan müssen bei Um- und Neubauten von Ställen die Ammoniakemissionen im Vergleich zur Situation vor dem Bauvorhaben in der Landwirtschaftszone um 20 % und in der Spezialzone um 70 % vermindert werden.

Berechnung der Ammoniakemissionen

Bei Um- und Neubauten von Ställen müssen die Ammoniakemissionen im Vergleich zur Situation vor dem Bauvorhaben in der Landwirtschaftszone um 20 % und in der Spezialzone um 70 % vermindert werden. Zu diesem Zweck werden diese mit dem Model Agrammon (www.agrammon.ch) nach dem folgenden Vorgehen berechnet:

Berechnung der Ammoniakemissionen vor dem Bauvorhaben:

  • Als Referenz gelten die bestehenden (bewilligten) Tierplätze und die landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) des Betriebes der letzten drei Jahre vor dem Baugesuch.
  • Bei Betriebsgemeinschaften werden die Tierplätze und die LN der Mitgliederbetriebe summiert.
  • Für die Ammoniak (NH3)-Beurteilung vor Baugesuch werden die vorliegenden Massnahmen berücksichtigt (IST-Zustand). Generell wird die Ausbringung der Gülle auf der Basis von 50 % Prallteller und 50 % Schleppschlauch berechnet. Die baulichen Massnahmen im Bereich Boden und Belüftung werden beim Rindviehstall nicht berücksichtigt.

Berechnung der Ammoniakemissionen nach dem Bauvorhaben:

  • Die Berechnung erfolgt mit den Massnahmen im Model Agrammon mit der Version Einzelbetriebsmodell mit kantonalen Anpassungen.
  • Bei zusätzlicher LN nach dem Bauvorhaben im Vergleich zu der Situation vor dem Bauvorhaben (3 Jahre) beträgt die Gutschrift 30 NH3 kg/ha.

Einmal verfügte respektive angerechnete Massnahmen zur Reduktion der Ammoniakemissionen können bei einem späteren Baugesuch nicht ein zweites Mal angerechnet werden. Dabei gelten die Auflagen der früheren Baugesuche als Stand der Technik. Diese Anforderung gilt auch für die Gutschrift von zusätzlicher landwirtschaftlicher Nutzfläche (LN), welche nur einmal angerechnet werden kann.

Bei Neu- und Umbauten von Rindviehställen ist die Reduktion von 20 % nicht erforderlich (Emissionen nach Baugesuch = maximale Emissionen vor Baugesuch).

Bei Bauvorhaben in der Rindviehhaltung mit Wechsel von Anbindehaltung zu Laufstall wird eine Tierwohl-Gutschrift in folgendem Umfang angerechnet:

  • Milchkuhhaltung: 5 kg NH3/RGVE
  • beim gleichzeitigen Wechsel von der Milchkuhhaltung zur Mutterkuhhaltung:
    1 kg NH3/RGVE

Die Ergebnisse vor und nach dem Bauvorhaben werden in das Formular "Verminderung der Ammoniakemissionen" eingetragen.