Wie lässt sich der Boden auch bei intensiver Bewirtschaftung langfristig gesund und fruchtbar erhalten? Dieser Frage widmete sich der Anlass „Schonende Bodenbearbeitung im Fokus“, der am 10. September 2026 auf dem Betrieb Brämmatt in St. Erhard stattfand. Rund 60 interessierte Personen nahmen teil und nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren, Fragen zu stellen und Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen.
Nach der Begrüssung und einer Einführung in den Aktionsplan Biolandbau durch das BBZN gab Betriebsleiter André Hellmüller Einblicke in seine Betriebszweige und berichtete aus der Praxis. Dabei entwickelte sich schnell ein Austausch über die Herausforderungen im Betriebsalltag: Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Bodenbearbeitung? Wie viel Bearbeitung braucht ein Boden tatsächlich? Und vor allem: Was lässt sich im eigenen Betrieb konkret umsetzen?
Anschliessend vermittelte Dr. Luzius Jean Petit Matile von der ZHAW spannende Einblicke in die Bodenphysik. Dabei ging es unter anderem darum, wie sich Bodenverdichtungen erkennen lassen und welche Massnahmen zu ihrer Vorbeugung beitragen können. Ergänzend wurden verschiedene Online-Tools und Karten vorgestellt, mit denen sich der Zustand und die Eigenschaften von Böden beurteilen lassen.
Boden, schwere Maschinen und die Grenzen
Auch beim Beitrag der Ryser Lohnunternehmung AG wurde rege diskutiert. Denn in der Praxis lässt sich der Einsatz schwerer Maschinen nicht immer vermeiden. Entsprechend stellte sich die Frage, wie sich auch mit grossen und schweren Maschinen möglichst bodenschonend arbeiten lässt. Die vorgestellte Maschine zeigte eindrücklich, wie sich durch versetzte Räder eine doppelte Fahrspur vermeiden lässt. Zudem kamen Themen wie Reifendruck, Befahrbarkeit und der richtige Zeitpunkt für den Maschineneinsatz zur Sprache. Dabei wurde auch diskutiert, wo die Grenzen einer bodenschonenden Bearbeitung im praktischen Einsatz liegen.
Beim anschliessenden Imbiss wurde der fachliche Austausch in gemütlicher Atmosphäre fortgesetzt. Die vielen Gespräche zeigten, dass es beim Thema Bodenschutz nicht nur um theoretische Grundlagen geht, sondern vor allem um die Frage: Was kann ich auf meinem Betrieb konkret anders oder besser machen?
Der Anlass bot damit eine gelungene Verbindung von Praxis, Wissenschaft und Technik und zeigte auf, welche Möglichkeiten für eine schonende Bodenbearbeitung im landwirtschaftlichen Alltag bestehen.
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