Rodung

Als Rodung gilt die dauernde oder vorübergehende Zweckentfremdung von Waldboden (Art. 1 WaG). Eine Rodung wird nur in Zusammenhang mit einer vorgesehen raumplanungsrechtlichen Baubewilligung oder bei Einbezug von Wald in Nutzungsplänen beurteilt.

Rodungsbewilligung

Eine Rodungsbewilligung kann beantragt werden, wenn der Gesuchsteller nachweist, dass für die Rodung wichtige Gründe bestehen, die das Interesse an der Walderhaltung überwiegen, und wenn zudem die folgenden Rodungsvoraussetzungen erfüllt sind:  

  • Das Werk, für das gerodet werden soll, muss auf den vorgesehenen Standort angewiesen sein. Das Gesuch muss explizit geprüfte Varianten ausweisen.

  • Das Werk muss die Voraussetzungen der Raumplanung sachlich erfüllen.

  • Die Rodung darf zu keiner erheblichen Gefährdung der Umwelt führen.

  • Dem Natur- und Heimatschutz ist Rechnung zu tragen.

Nicht als wichtige Gründe für eine Waldrodung gelten finanzielle Interessen, wie die möglichst einträgliche Nutzung des Bodens oder die billige Beschaffung von Land für nichtforstliche Zwecke.Für jede Rodung ist grundsätzlich in derselben Gegend mit standortgerechten Arten Realersatz zu leisten.
Durch die Rodungsbewilligung entstehende erhebliche Vorteile müssen gemäss Art. 9 WaG durch den Gesuchssteller angemessen ausgeglichen werden (Ausgleichsbetrag).     

Rodungsgesuch 

Bei der Eingabe eines Rodungsgesuches ist zwingend das aktuelle eidgenössische Rodungsformular zu verwenden. Das Rodungsgesuch hat gemäss §2 der kantonalen Waldverordnung (KWaG) folgende Unterlagen zu enthalten:

  • vollständig ausgefüllte und unterzeichnete, vom Bund vorgeschriebene Formulare

  • Ausschnitt aus der Landeskarte 1:25'000 mit Eintrag der Rodungsfläche (rot) und der Realersatzfläche (grün)

  • Situationsplan im Massstab 1:1'000 oder 1:2'000 mit Angabe der Rodungs- und der Realersatzflächen und Parzellennummern des Grundbuchs (die definitiven und temporären Rodungsflächen sind deutlich zu kennzeichnen)

  • weitere Pläne und Unterlagen, die zur Prüfung des Gesuchs notwendig sind

    Die Rodungsvollzugshilfe des Bundes kann auf der Homepage des Bafu heruntergeladen werden.

Ersatzaufforstungen

Zwischen 2006 und 2013 hat die Waldfläche in der Schweiz um 2% zugenommen. Knapp 90% dieser Waldflächenzunahme fand in den Regionen der Alpen sowie der Alpensüdseite und zudem mehrheitlich auf landwirtschaftlich nicht mehr genutzten Flächen statt. In Berggebieten mit stark zunehmender Waldfläche kann bei Rodungen auf Realersatz verzichtet werden. Es müssen jedoch gleichwertige Massnahmen zugunsten des Natur- und Landschaftsschutzes getroffen werden. Diese Gebiete müssen zudem vorgängig von den Kantonen offiziell als "Gebiete mit zunehmender Waldfläche" (gemäss Art. 8a WaV) ausgeschieden werden.

Im Kanton Luzern sind das die Gebiete im Raum Entlebuch und Pilatus, oberhalb von 1200 m. ü. M. mit einer Mindestfläche von 5 km2.Karte