Ressourceneffizienzbeiträge

Zur Verbesserung der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Effizienz beim Einsatz von Produktionsmitteln werden neu auf nationaler Ebene Techniken mit ausgewiesener Wirkung auf sechs Jahre befristet gefördert.

Seit 2014 werden emissionsmindernde Ausbringverfahren, die schonende Bodenbearbeitung sowie der Einsatz von präziser Applikation für Pflanzenschutzmittel unterstützt.

Seit 2017 wird die Ausrüstung von Spritzen mit einem Spülsystem mit separatem Spülwasserkreislauf zur Reinigung von Geräten für das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln unterstützt (Spritzeninnenreinigung).

Seit 2018 wird die stickstoffreduzierte Phasenfütterung von Schweinen, wie auch der reduzierte  Pflanzenschutzmitteleinsatz in Obstanlagen, im Rebbau und im Anbau von Zuckerrüben unterstützt.

Beitrag für emissionsmindernde Ausbringverfahren
Das Ammoniak wird über die Luft verfrachtet und in Wälder und andere empfindliche Ökosysteme eingetragen. Es liegt im Interesse der Umwelt und der Landwirtschaft, die Ammoniakverluste gering zu halten. Der Bund unterstützt die Ausbringung von flüssigem Hof- und Recyclingdünger mit emissionsmindernder Wirkung, wie den Schleppschlauch, den Schleppschuh oder den Gülledrill, mit Beiträgen. Die entsprechenden Flächen sind bis Ende August zu erfassen. Im Kanton Luzern wird auf rund 90'000 ha Gülle entsprechend ausgebracht.

Beitrag für schonende Bodenbearbeitung
Fruchtbarer Boden ist eine der wichtigsten Grundlagen für Nahrungs- und Futtermittel und der zentrale Produktionsfaktor der Landwirtschaft. Für Flächen, auf denen die Hauptkultur mit schonender Bodenbearbeitung bestellt wird, wird ein entsprechender Beitrag ausbezahlt. Die entsprechenden Flächen sind bis Ende August zu erfassen.

Als schonende Bodenbearbeitung gelten:

  • Direktsaat, wenn höchstens 25 Prozent der Bodenoberfläche während der Saat bewegt werden;
  • Streifenfrässaat und Strip-Till (Streifensaat), wenn höchstens 50 Prozent der Bodenoberfläche vor oder während der Saat bearbeitet werden;
  • Mulchsaat, wenn eine höchstens 10 cm tiefe, pfluglose Bearbeitung des Bodens erfolgt.

Für die schonende Bodenbearbeitung werden bei Verzicht auf Herbizideinsatz zusätzliche Beiträge ausbezahlt.

Beitrag für den Einsatz von präziser Applikationstechnik
Für die Neuanschaffung oder Nachrüstung von Geräten mit präziser Applikationstechnik zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln wird ein einmaliger Beitrag ausgerichtet, dazu ist bei der Dienststelle lawa ein Gesuch einzureichen.

Beitrag für die Ausrüstung von Spritzen mit einem Spülsystem mit separatem Spülkreislauf zur Reinigung von Geräten für das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln
Für die Neuanschaffung oder Nachrüstung von Geräten mit einem Spülsystem mit separatem Spülkreislauf wird ein einmaliger Beitrag ausgerichtet, dazu ist bei der Dienststelle lawa ein Gesuch einzureichen.
Ab 2023 ist ein System zur Innenreinigung der Spritze für alle für den Pflanzenschutz eingesetzten Geräte mit einem Behälter von mehr als 400 Litern Inhalt obligatorisch.

Beitrag für die stickstoffreduzierte Phasenfütterung von Schweinen
Wird der Gehalt an Stickstoff (N) im Schweinefutter je nach Alter des Tieres an den Bedarf angepasst, führt dies zu einer deutlichen Reduktion der N-Emissionen aus der Schweinehaltung. Mit einer gezielten Phasenfütterung, mit einer an den Bedarf angepassten Ration, ist die N-Ausscheidung der Tiere verringert und es gelangt somit weniger Stickstoff in den landwirtschaftlichen Kreislauf. Damit reduzieren sich auch die Ammoniakverluste. Mit einem zeitlich limitierten Ressourceneffizienzbeitrag soll ein Anreiz zur Umstellung auf die N-reduzierte Phasenfütterung in der Schweizer Mastschweinehaltung angeboten werden. Dabei müssen folgende Anforderungen eingehalten werden.

  • Die gesamte Futterration aller auf dem Betrieb gehaltenen Schweine darf den durchschnittlichen Rohproteingehalt von 11 g/MJ VES nicht überschreiten
  • Phasenfütterung nicht zwingend
  • Anmeldung für Lineare Korrektur oder Import/Export-Bilanz erforderlich
  • Die Beiträge werden bis 2021 ausgerichtet
  • Ab 2022 wird Anforderung bei Mast Pflicht

Beitrag für die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln im Obstbau, Rebbau und Zuckerrübenanbau
Im Rahmen der Arbeiten zum Aktionsplan Pflanzenschutzmittel wurde eine Liste von Pflanzenschutzmitteln mit besonderem Risikopotential erstellt. Mit einem Anreiz soll eine Verbesserung des Ist-Zustandes beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Obstanlagen, im Rebbau und im Anbau von Zuckerrüben erreicht werden. Die Direktzahlung honoriert Massnahmen zur Reduktion oder zum Verzicht auf Herbizide und Fungizide.

Um die Beiträge zu erhalten, muss auf allen angemeldeten Flächen eines Betriebes dieselbe Massnahmenkombination gewählt und ausgeführt werden. Abmeldungen einzelner Flächen, weil die Bedingungen nicht eingehalten werden können, sind dabei möglich. Die Pflicht zur Gesamtbetrieblichkeit besteht nicht; dies gibt mehr Flexibilität um in die Programme einzusteigen.

Beitrag für Herbizidverzicht auf offener Ackerfläche
Der Beitrag für die Reduktion von Herbiziden auf der offenen Ackerfläche wird pro Hektare ausgerichtet für den Vollverzicht oder den Teilverzicht auf Herbizide ab der Saat oder der Pflanzung bis zur Ernte der zu Beiträgen berechtigenden Hauptkultur. Er beträgt Fr. 250.- / ha. Kein Beitrag wird gewährt für Biodiversitätsförderflächen (BFF), Flächen mit Zuckerrüben als Hauptkultur und Flächen, für die der Beitrag für biologische Landwirtschaft nach Artikel 66 ausgerichtet wird.

Beim Vollverzicht auf Herbizide dürfen auf 100 Prozent der Fläche keine Herbizide eingesetzt werden. Beim Teilverzicht auf Herbizide dürfen zwischen den Reihen keine Herbizide eingesetzt werden. Die Bandbehandlung darf auf maximal 50 Prozent der Fläche der Parzelle oder der Kultur erfolgen und muss in den Reihen ausgebracht werden. Der Einsatz von Napropamiden ist verboten.

Um die Beiträge zu erhalten, muss die Massnahme angemeldet werden und die Flächen, bei welchen auf die Anwendung von Herbiziden voll- oder teilverzichtet wird, erfasst werden.